Montag, 26. März 2012

HAZE 超恐怖 (2005)


Ein Mann wacht komplett ahnungslos in einem Labyrinth aus Beton auf. Das Labyrinth, welches schmaler und enger nicht sein könnte, zwingt den Mann (Shin'ya Tsukamoto [塚本 晋也]) zu ungewöhnlichsten Fortbewegungsarten und erlaubt es ihm zu keiner Zeit, sich uneingeschränkt zu bewegen. Zu allem Übel leidet der Mann unter einer stark blutenden Bauchverletzung.
Das Voranschreiten in der Hölle aus Beton gleicht einer unmenschlichen Foltermethode. Irgendwann erreicht er jedoch einen Abschnitt voller verwesender Leichenteile und einer Frau (Kaori Fujii [藤井香織]), die denselben Albtraum wie er zu durchleben scheint. Zusammen versuchen sie nun einen Weg aus diesem Gefängnis zu finden..



Was Regisseur und Hauptdarsteller Shin'ya Tsukamoto hier geschaffen hat, ist der film-gewordene Albtraum eines jeden Menschen, der unter Klaustrophobie leidet. Schulterbreite Gänge, kopfhohe Decken, dunkle Ecken und Passagen, welche nur durch Leid und Schmerz passiert werden können - all das fängt Tsukamoto mit einer Digitalkamera auf, die nicht näher am Geschehen sein könnte: Man sieht die Anstrengung der Muskeln, die angsterfüllten Augen und den Angstschweiß, der das verzweifelte Gesicht des Mannes ziert. Aufgrund eben jener Aspekte schaut man diesen Film nicht nur, man fühlt ihn. Jedes ziellose Tasten in der Dunkelheit, jeder Stoß, jede Muskelbewegung wird fühlbar, was die Sichtung von HAZE zu einem Erlebnis macht. Besonders eine Szene, in welcher der Mann auf ein Metallrohr beißen muss um durch einen Gang zu kommen, ist aufgrund der Nähe und des kreischenden Geräusches der an dem Rohr entlangfahrenden Zähne einer der intensivsten Momente des Films.


Der Film hat in seiner auf DVD veröffentlichten Form eine Laufzeit von 49 Minuten, was jedoch vollkommen ausreicht, um den Horror ins heimische Wohnzimmer zu bringen, beginnt der Film ja schließlich auch ohne einleitende Worte direkt in den dunklen Gängen.
HAZE geht auf die Verbindung zwischen dem menschlichen Körper als physisches Objekt und des Bewusstseins ein, was vor allem aus den Gedankengängen des Protagonisten ersichtlich wird.

Für den Soundtrack war Mastermind Chu Ishikawa (石川忠) zuständig, der auch schon die Soundtracks zu TETSUO und Tokyo Fist beigesteuert hat. Die erwähnten Filme wurden ebenfalls unter der Regie von Tsukamoto gedreht.

Ishikawa und Tsukamoto

Neben dem Film bietet die DVD-Veröffentlichung von Rapid Eye Movies noch jeweils ein Interview mit den beiden Darstellern des Films, einen Kinotrailer und ein sehr interessantes Making-Of, das sich wirklich zu schauen lohnt.

Mit HAZE 超恐怖 hat man also einen Horrorfilm von härtester Sorte. Zwar bietet der Film keine großartigen Gewaltdarstellungen, fährt jedoch mit einer unglaublichen Intensität auf, wie man sie nicht oft durch einen Film erlebt. Also: Anschauen!



Link zur OFDb: Klick

Kommentare:

Awesome1601 hat gesagt…

Der Film ist von 2005 und wir haben den noch nicht geguckt? Warum?

ROBOENZA hat gesagt…

Habe den selbst erst vor ein paar Monaten zum ersten Mal gesehen. :D
Aber holen wir nach!

NO)))RB hat gesagt…

Krasses Ding. Muss ich auch unbedingt noch sehen.

Robert Crahmer hat gesagt…

Klingt hochinteressant! Danke.